Schützen Sie Ihr Vermögen vor Inflation

14.04.2022

7 min Lesezeit

Finanzen

Inflation und Niedrigzins fressen Ihr Vermögen auf. Bei einer negativen Realverzinsung von 5 % p.a. verlieren Sie in 10 Jahren 40%. Einige Lösungen für Ihr Vermögen verraten wir in diesem Blog.

Durch sehr viele unterschiedliche Ereignisse ist eine unübersichtliche politische und wirtschaftliche Situation entstanden. Im Dezember 2019 -zunächst kaum wahrgenommen- wurde ein neues Virus entdeckt, das sich mit hoher Geschwindigkeit über den gesamten Globus ausgebreitet hat. Die Maßnahmen verschiedener Regierungen waren stark und haben viel Geld gekostet. Lockdowns und damit verbundene finanzielle Unterstützung für Wirtschaft und Bürger haben nach der großen Finanzkrise 2008 erneut erhebliche Geldmengen in Umlauf gebracht. Dazu kamen - auch durch die Pandemie verursacht -Probleme in den weltweiten Lieferketten. Die Nachfrage der Industrie und der Bevölkerung konnte nicht gestillt werden. Zu viel Geld, zu wenig Waren und nicht verfügbare Rohstoffe führen zwangsläufig zu erhöhter Inflation. Da die europäischen Notenbanken beispielsweise mit deutlich steigenden Zinsen nur wenig gegensteuern können (die Verschuldung der Staaten sind aufgrund der Finanzkrise und der Pandemie so hoch wie nie zuvor), zahlt der Sparer die Zeche.

Wie wirkt sich Inflation auf bestehendes Vermögen aus?

Im März betrug laut EZB die Inflation in Europa 7,5% verglichen mit dem Vorjahresmonat. Das bedeutet, dass die Waren im Warenkorb sich entsprechend verteuert haben. Es sind also nicht nur Öl und Gas. Es betrifft tatsächlich 80% der Waren im Korb.

Das ist für sich genommen bereits eine wirklich schlechte Nachricht. Aber das ist nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite erhält der Sparer weiterhin keine oder kaum Zinsen für sein Vermögen. Während die Zinsen für 10-jährige deutsche Staatsanleihen auf 0,8% p.a. gestiegen sind, verharrt der 3-Monatszins, der für die kurzfristigen Spareinlagen wesentliche Parameter, bei -0,4% p.a.

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Lässt man Kosten und Kapitalertragssteuer auf die Veranlagung unberücksichtigt, reduziert sich das Kapital bei 5% negativer Realverzinsung (Verzinsung minus Inflation) in 10 Jahren um 40%. Das tut weh und betrifft tatsächlich alle Spar- und Anlageformen, die zu den so genannten Geldwerten gehören -also Sparbuch, Festgeld, Anleihen, Lebensversicherung, Bausparen etc.

Tatsächlich sind somit die beliebtesten Sparformen der Österreicher - und Deutschen - betroffen.

Professionelle Vermögensverwaltung bzw. -beratung statt Sparbuch & Co.

Die vom Niedrigzins -und ohne nennenswerte Inflation- geprägten letzten 15 Jahre haben bereits vermehrt zu einem Umdenken bei Sparern und Anlegern geführt: Weg von der Veranlagung in Geldwerte, hin zu Sachwerten. Galt es noch vor 20 Jahren als mutig, wenn ein Viertel des liquiden Vermögens in Aktien angelegt war, gilt ein Viertel heute aus verständlichen Gründen als konservativ. Die Nachfrage nach Immobilien, Gold, Antiquitäten, Oldtimer, Aktien usw. ist enorm gestiegen. Steigt die Nachfrage und verknappt sich gleichzeitig das Angebot, steigt - wie oben schon mal erwähnt - auch der Preis. Das umso kräftiger, wenn die notwendigen Rohstoffe – beispielsweise für den Bau einer Immobilie - zusätzlich teurer werden.

Schnellcheck Sachwerte: Von A(ktien) bis O(ldtimer). Wer kann was?

Oft wird das Wort „Liquidität“ bei finanziellen Themen für zwei Eigenschaften verwendet:

  • Wie viel zusätzliches Kapital entsteht laufend durch eine Investition?
    • Das wäre zum Beispiel bei einer Wohnung, die Miete oder bei einer Aktie, die Dividende. => zusätzliche Liquidität
  • Wie schnell kann ein Wert zu einem fairen Preis verkauft bzw. gekauft werden?
    • Das ist der Verkaufspreis eines Wirtschaftsgutes. Hier fließt ebenfalls Liquidität zu. Der Zeitraum, der für den Verkauf zu einem fairen Preis benötigt wird, hängt wesentlich von der Handelbarkeit oder Fungibilität des Gutes ab. Beispiel: eine Aktie wird fortlaufend gehandelt und kann jederzeit zu einem „fairen“ Preis verkauft werden. Eine Immobilie zB kann nicht zu einem fairen Preis sofort verkauft werden.

Sind Antiquitäten, Immobilien & Oldtimer eine gute Geldanlage?

Die Nebenkosten sind hoch, die Handelbarkeit und die Preistransparenz gering. Eine zusätzliche Liquidität verschafft nur die vermietete Immobilie. Antiquitäten und Oldtimer kosten eher. Diese Eigenschaften kennzeichnen den Bereich der Immobilien, Antiquitäten und Oldtimer. Diese Sachwerte sind immer nur so viel wert, wie der Käufer zu diesem Zeitpunkt bereit ist zu zahlen. Es gibt keinen Marktplatz (Börse), an dem viele Käufer und Verkäufer aufeinandertreffen. Das hängt auch damit zusammen, dass sich Immobilien, Oldtimer und Antiquitäten immer durch ein oder mehrere Merkmale unterscheiden: in der Qualität, der Herkunft, dem Zustand, der Lage etc. Kein Stück gleicht dem anderen. Deshalb lassen sie sich nicht vergleichen und deshalb ist ein Marktplatz sehr schwierig darzustellen.

Goldbarren, Goldmünzen, Rohstofffonds. Worauf muss ich achten?

Die Nebenkosten bewegen sich im mittleren Bereich. Kauf und Verkauf gehen schnell. Der Preis ist transparent. Die Kapitalanlage in Gold ist nicht geeignet, um eine zusätzliche Liquidität zu schaffen.

Die Geldanlage in Gold kann auf viele Arten erfolgen:

  • Münzen
  • Barren
  • Zertifikate
  • Aktiv und passiv gemangte (Rohstoff-)Fonds
  • Aktien von Minenbetreibern
  • Usw.

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Entsprechend unterscheiden sich die Nebenkosten stark und liegen zwischen etwa 1 und 10%. Je kleiner die Einheit, die Sie erwerben, desto höher die Nebenkosten. So beträgt der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis bei einem Kilobarren ungefähr 1%. Erwerben Sie eine Unze (31,1 gr.) in Form eines Philharmonikers beträgt der Aufpreis etwa 2,5%. Bei einem 5 gr. schweren Barren ist der Aufpreis etwa 7% und ist der Barren 1 gr. schwer, kann das Agio schon mal 20% betragen.

Aber, für die gängigen Münzen

  • Wiener Philharmoniker
  • 1-fach und 4-fach Dukaten
  • 10, 20 oder 100 Kronen Gold Österreich
  • 4 oder 8 Florin Gold Österreich
  • Bullionmünzen
  • und viele andere

gilt hohe Fungibilität. Das bedeutet: Sie können mehrfach am Tag kaufen oder verkaufen.

Das trifft auf Barren ebenfalls zu.

Und der Preis ist sehr transparent. Es gibt viele Marktplätze und Sie können die Preise vergleichen, weil Münzen und Barren gleich sind - keine wesentlich unterschiedlichen Merkmale. Eine Unze Feingold ist eine Unze Feingold.

Aktien, Fonds und Vermögensverwaltung: Was muss ich wissen?

Die Nebenkosten sind gering bis mittel. Kauf und Verkauf gehen sehr schnell. Per Knopfdruck sozusagen. Die Preise sind sehr transparent. Über Dividenden und Ausschüttungen schaffen Aktien und Fonds eine zusätzliche Liquidität.

Die Nebenkosten beim Kauf von Aktien betragen ungefähr 1%. Fast alle Aktien können jederzeit gekauft oder verkauft werden und der Preis ist absolut transparent. Die Aktie einer Gesellschaft verbrieft für jeden Käufer das gleiche Recht. Sie ist nicht schöner, bunter, runder, schneller, gefragter, besser erhalten etc. Sie sind alle gleich. Immer treffen eine Vielzahl Käufer und Verkäufer aufeinander. So entsteht ein transparenter Preis für alle. 

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Wenn Sie also auf niedrige bis mittlere Nebenkosten, eine starke Handelbarkeit und transparente Preise stehen, dann spricht alles für Gold oder Aktien. Im besten Fall entscheiden Sie sich für eine professionelle Vermögensverwaltung, welche die investierte Summe auf verschieden Anlageklassen verteilt.

Wie wirkten Inflation & Krieg bisher auf Aktien?

Inflation an sich bedeutet, dass man für die gleiche Geldsumme weniger kaufen kann. Das ist prinzipiell in einem gewissen Ausmaß volkswirtschaftlich erwünscht. Viele Notenbanken nennen ein Ziel von 2% pro Jahr. Für den Sparer ist wichtig, dass die laufenden Erträge wie Zinsen, Mieten, Dividenden die Inflation übersteigen oder wenigstens erreichen. Das ist tatsächlich, was die Zinsen betrifft, seit langer Zeit nicht mehr so. Allerdings war bisher die dadurch entstandene Reduzierung des Vermögens relativ gering. Das hat sich im oben beschriebenen Umfeld der knappen Rohstoffe, der niedrigen Zinsen, der gestörten Lieferketten, der großen Nachfrage etc. in den letzten Monaten massiv verändert. Ist das geschaffene Vermögen in Geldwerte investiert, liegt die aktuelle Verzinsung bei etwa 5% MINUS. Das ist gleichbedeutend mit einer Reduktion des Vermögens von 40 % in zehn Jahren. Das will niemand.

Inflation, keine Realverzinsung: Was tun, damit das Vermögen weiterhin real wächst?

Hohe Inflation bedeutet eine schwache Währung. Das versucht jede Notenbank zu verhindern. Nach herrschender Lehrmeinung sind hohe Zinsen für Sparer und Kreditnehmer ein adäquates Mittel gegen hohe Inflation. Der Anreiz zum Sparen ist bei hohen Zinsen so groß, dass Geld am Sparbuch landet und nicht für den Konsum genutzt wird. Die Nachfrage fällt und irgendwann fällt auch die Inflation, weil die Anbieter von Waren die Preise senken müssen, um nicht darauf sitzen zu bleiben.

Nehmen wir mal an, das passiert genau so. Die Notenbanken verteuern die Kredite und heben die Zinsen für Spareinlagen an, um die gestiegene Inflation in den Zielkorridor zu bringen.

Bedeuten steigende Zinsen sinkende Aktienkurse?

Immer wieder hört man, dass steigende Zinsen für die Kursentwicklung von Aktien negativ sind. Wir haben uns die Perioden steigender Zinsen und den Kursverlauf des Weltaktienindex der letzten 50 Jahre angesehen.

Wir haben dabei folgendes untersucht:

  1. Welche Performance erzielten die Aktienmärkte ein Monat vor der ersten Zinserhöhung?
  2. Welche Performance erzielten die Aktienmärkte drei Monate vor der ersten Zinserhöhung?
  3. Welche Performance erzielten die Aktienmärkte 12 Monate nach der ersten Zinserhöhung?
  4. Welche Performance erzielten die Aktienmärkte während des gesamten Zyklus der Zinserhöhung?

 

Quelle: eigene Berechnungen

 

Quelle: eigene Berechnungen

 

Quelle: eigene Berechnungen

 

Quelle: eigene Berechnungen

Das ist ein überraschendes Ergebnis, oder? Steigende Zinsen waren in der Vergangenheit also keineswegs ein Argument gegen Aktien.

 

Wie verhielten sich Aktien bei Krieg und Terror?

Die folgende Untersuchung nimmt Zahlenreihen seit 1940 für den amerikanischen Aktienindex Standard & Poors 500 als Grundlage.

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Ursache

Datum

Verlust am ersten Tag

Rückgang
gesamt

Tage bis
zum Tief

Tage bis
Erholung

           

Frankreich Überfall

09.05.1940

-3,0%

-25,8%

719

1118

Pearl Harbor

07.12.1941

-3,8%

-19,8%

143

307

Korea Krieg

25.06.1950

-5,4%

-12,9%

23

82

Kuba Krise

16.10.1962

-0,3%

-6,6%

8

18

6 Tage Krieg

06.05.1967

-1,5%

-1,5%

1

2

Attentat München Olympia

09.05.1972

-0,4%

-4,3%

42

57

Jom-Kippur-Krieg

10.06.1973

0,3%

-0,6%

5

6

Irakkrieg I

02.08.1990

-1,1%

-16,9%

71

189

Anschlag WTC

11.09.2001

-4,9%

-11,9%

11

31

Irakkrieg II

20.03.2003

2,3%

-1,1%

11

13

Anschlag London

07.05.2005

0,9%

0,0%

1

4

Anschlag Boston

15.04.2013

-2,3%

-3,0%

4

15

Quelle: Stuttgarter Aktienbrief 07/2022

Auch diese Ergebnisse sind tatsächlich eine Überraschung.

 

Interessant sind weitere Informationen

  • Im zweiten Weltkrieg war der absolute Tiefstand der amerikanischen Aktien 1942. Danach ging es kräftig bergauf.
  • In Summe legten die amerikanischen Dividendentitel von 1939 bis 1945 inklusive Dividenden mehr als 50% zu.
  • Tatsächlich ist es so, dass nur ein einziges Ereignis mehr als 1.000 Tage brauchte, um den Indexstand von zuvor erneut zu erreichen. Das war der Einmarsch von NS-Deutschland in Frankeich.
  • Bei nur zwei weiteren Ereignissen brauchte der S&P 500 mehr als 100 Tage. Die überwältigende Mehrheit spielte sich im Wochenbereich ab.
  • Nur drei Monate nach dem jeweiligen Ereignis notierten die Kurse durchschnittlich schon 6,5% höher und nach zwölf Monaten bereits 13%.

Fazit: Was bedeutet die Zinswende für Aktien?

Tatsächlich ist es unerklärlich, warum eine Zinswende so viel Furcht vor fallenden Aktienpreisen auslöst. Der Zeitpunkt der Investition ist nur von untergeordneter Wichtigkeit. Steigende Zinsen und kriegerische Auseinandersetzungen waren in der Vergangenheit kein guter Ratgeber für den richtigen Verkaufszeitpunkt.

Aktien scheinen aktuell eine der wenigen Kapitalanlagen zu sein, die einen Kapitalerhalt und -ausbau nach Inflation dauerhaft ermöglichen.

 

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