Zu Risiken und Nebenwirkungen von Wertpapieren

17.06.2026

5 Minuten Lesezeit

Investitionsstrategie

… fragen Sie am besten Ihren Private Banker. Wertpapiere begegnen uns oft mit einem Hinweis auf Chancen und Risiken. Doch was genau steckt dahinter, welche Anlageformen gibt es und worauf sollten Anlegerinnen und Anleger besonders achten?

Der bekannte Hinweis „zu Risiken & Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie …“ dient als idealer Einstieg in eine zentrale Frage der Geldanlage: Wie lassen sich Risiken verstehen, ohne Chancen aus dem Blick zu verlieren? Genau das schauen wir uns im Folgenden Schritt für Schritt an – von den wichtigsten Wertpapierarten über typische Risikoquellen bis hin zur Frage, wie ein Portfolio robuster aufgestellt werden kann.

Was sind Wertpapiere?

Eine Definition könnte so aussehen: Wertpapiere sind Finanzinstrumente, die bestimmte Rechte verbriefen, zum Beispiel einen Anteil an einem Unternehmen, einen Anspruch auf Rückzahlung eines Kredits oder das Recht, einen Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen.

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Welche Arten von Wertpapieren gibt es?

Diese Aufzählung nennt die wesentlichen Gruppen, innerhalb derer es verschiedene Untergruppen gibt.

Aktien

Eine Aktie macht den Käufer zum Aktionär. Sie werden durch den Kauf einer Aktie Miteigentümer eines Unternehmens.

Anleihe

Bei einer Anleihe verleihen Sie Geld an einen Staat oder Unternehmen. Sie werden somit zum Gläubiger.

Fonds

Ein Fonds bündelt das Geld vieler Anlegerinnen und Anleger. Ein Fondsmanager entscheidet, welche Wertpapiere innerhalb der definierten Anlageklasse des Fonds gekauft werden. Sie werden Miteigentümer des Fonds. Bei einem Fonds handelt es sich um Sondervermögen.

ETF (Exchange Traded Funds)

ETFs sind spezielle Fonds, die einen Index (wie zum Beispiel den DAX oder den S&P 500) nachbilden. Es kann auch ein eigens entwickelter Index sein.

Zertifikate

Zertifikate werden von Banken ausgegeben und bilden die Entwicklung eines Basiswerts (Aktie, Index, Rohstoff usw.) nach.

Derivate

Derivate leiten ihren Wert von einem anderen Vermögenswert ab (zum Beispiel Aktie, Rohstoff, Währung usw.).

Was sind die Risiken von Wertpapieren, vor denen die Packungsbeilage warnt?

Vorweg wollen wir betonen, dass jedes Risiko auch als Chance verstanden werden muss - und umgekehrt.

Aktien

Die Aktie hat vor allem das so genannte Kursrisiko. Der Wert einer Aktie steigt und fällt ständig. Gemessen wird dieses Risiko mit der Volatilität. Je höher der Wert, desto stärker schwankt die Aktie; nach oben und unten. Es ist also mehr als nur eine Kennzahl für Risiko.

Außerdem hat eine ausländische Aktie ebenfalls ein Wechselkursrisiko und eine -chance. Steigt die ausländische Währung, erhöht sich ihre Rendite in Euro - und umgekehrt.

Ferner kann im Extremfall das Unternehmen beispielsweise durch Managementfehler in Konkurs gehen. Bei Aktien kann ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals also nicht ausgeschlossen werden. Die Ertragschance ist unbegrenzt. Hier die wesentlichen Risiken in der Übersicht:

  • Kursrisiko
  • Wechselkursrisiko
  • Totalverlust nicht ausgeschlossen

Anleihen

Die Anleihe hat ebenfalls ein Kursrisiko. Im Vergleich zur Aktie ist dieses Risiko meist kleiner. Die Volatilität ist geringer. Ferner kann man dieses Risko ziemlich genau berechnen. Es entsteht durch Zinsänderungen. Fällt das allgemeine Zinsniveau, steigt der Wert von bestehenden Anleihen - und umgekehrt.

Außerdem gibt es das so genannte Bonitätsrisiko: Verändert sich die Zahlungsfähigkeit des Schuldners, steigt oder fällt der Anleihepreis.

Zahlt der Schuldner in fremder Währung, besteht das Währungs- bzw. Wechselkursrisiko.

Auch bei dieser Anlageform ist ein Totalverlust möglich, wenn der Schuldner zahlungsunfähig wird.

Bei einer Anleihe ist zum Laufzeitende der Gewinn auf die Zinsen und den Kursgewinn bis 100% des Nominal beschränkt.

  • Kursrisiko
  • Bonitätsrisiko
  • Wechselkursrisiko
  • Totalverlust nicht ausgeschlossen

Fonds

Die Risiken entsprechen denen der im Fonds verwendeten Anlageformen. Allerdings deutlich reduziert. Fonds investieren in sehr viele verschiedene Wertpapiere einer oder gar mehrerer Anlageklassen. Diesen Umstand nennt man Streuung oder Diversifikation. Diversifikation gehört zum Grundprinzip eines Fonds. Der Verlust ist auf das investierte Vermögen beschränkt. Der Gewinn ist unbegrenzt.

Der Fonds ist in Österreich ein so genanntes Sondervermögen. Das Fondsvermögen bleibt selbst dann erhalten, wenn die Fondsgesellschaft - Kapitalanlagegesellschaft (KAG) - in Konkurs geht. Es besteht also kein Bonitätsrisiko durch den Fonds selbst. Sehr wohl können Sie einen Fondsmanager wählen, der die gewünschte Performance nicht erzielt. Sie haben also ein Fondsmanagerrisiko.

ETF (Exchange Traded Funds)

Tatsächlich bestehen hier die gleichen Risiken wie bei einem aktiv gemanagten Fonds. Mit Ausnahme des Fondsmanagerrisikos. Bei dieser Kapitalanlage haben Sie das Risiko, dass Sie den falschen Index wählen.

Zertifikate

Zertifikate können sehr kompliziert sein. Rechtlich handelt es sich um Anleihen. Das bedeutet, wenn der Schuldner oder Emittent in Konkurs geht oder wenn der Basiswert verliert, können Sie das gesamte eingesetzte Kapital verlieren. Der Gewinn ist nicht begrenzt. Sie haben das Kursrisiko des Basiswertes, das Wechselkursrisiko und das Bonitätsrisiko.

  • Kursrisiko
  • Wechselkursrisiko
  • Bonitätsrisiko

Derivate

Sie haben das Kursrisiko und das Wechselkursrisiko. Der Basiswert kann ausfallen. Ein Totalverlust ist ebenso möglich wie ein unbegrenzter Gewinn. Untergeordnet, aber vorhanden, ist das Zinsänderungsrisiko. Außerdem verändert sich der Wert des Derivats, wenn der zugrundeliegende Wert plötzlich mehr oder weniger schwankt. Auch die Markterwartung kann preisändernd wirken.

Das sind in einer Übersicht die Risiken zu verschiedenen Anlageformen. Weder die Aufzählungen der Risiken noch die der Anlageformen erheben den Anspruch auf Vollständigkeit.

Schauen wir uns die Chancen zu den ausgewählten Anlageformen (Assetklassen) an.

Was sind die Chancen von Wertpapieren, auf die die Packungsbeilage hinweist?

Aktien

  • Unbegrenzte mögliche Kursgewinne
  • Dauerhafte Dividenden sind möglich
  • Steigende Dividenden sind ebenfalls möglich
  • Diversifikation auf unterschiedliche Branchen und Regionen

Anleihen

  • Periodische Zinszahlungen
  • Planbare Tilgung
  • Diversifikation auf unterschiedliche Währungen

Fonds und ETF

  • Unbegrenzte mögliche Gewinne
  • Wahlweise periodische Ausschüttungen oder Thesaurierung möglich
  • Hohe Diversifikation
  • Spezielle Themen oder Regionen
  • Weltweite Streuung

Zertifikate

  • Unbegrenzte Gewinne möglich
  • Spezielle Themen

Derivate

  • Unbegrenzte Gewinne möglich
  • Spezielle Themen
  • Geringer Kapitaleinsatz

Gut, wir kennen jetzt verschiedene Chancen und Risiken diverser Anlageformen.

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Was schützt Ihre Geldanlage vor den Risiken, ohne dabei die Chancen zu eliminieren?

Der einzige Free Lunch an den Kapitalmärkten ist DIVERSIFIKATION. Mit einer geringen Korrelation der ausgewählten Aktien zueinander stabilisiert sich die Wertentwicklung Ihres Portfolios. Das klingt sehr plakativ. Was meinen wir damit?

Speiseeis oder Regenschirm? Warum Diversifikation und Korrelation zusammengehören

Um die Bedeutung von Diversifikation und Korrelation für ein Portfolio verständlich zu machen, hilft ein einfaches Beispiel:

Stellen Sie sich vor, Sie betreiben einen Verkaufsstand in Salzburg und handeln mit Regenschirmen. Das Geschäft läuft hervorragend. Die Stadt ist für ihre häufigen Niederschläge und viele Touristen bekannt, die Nachfrage ist entsprechend hoch. Ihre Gewinnspanne ist attraktiv, und die Kunden achten kaum auf den Preis – schließlich benötigen sie bei Regen sofort eine Lösung. Nach zwei erfolgreichen Jahren möchten Sie weiter wachsen. Dank der guten Erträge können Sie zusätzliche Produkte mit ebenfalls hohen Margen einkaufen. Daher erweitern Sie Ihr Angebot um Gummistiefel, Regenjacken, Handschuhe und weitere Artikel für schlechtes Wetter.

Voller Optimismus starten Sie in das dritte Geschäftsjahr. Sie erwarten steigende Umsätze und rechnen bereits mit einem Rekordergebnis. Doch am Jahresende zeigt sich ein völlig anderes Bild: Die Lager sind gut gefüllt, die Verkäufe bleiben hinter den Erwartungen zurück und unterm Strich steht ein deutlicher Verlust.

Wie konnte das passieren?

An mangelnden Kunden lag es nicht. Salzburg verzeichnet sogar einen Besucherrekord. Auch Ihr Sortiment war deutlich breiter als zuvor. Wer etwas für regnerische Tage benötigte, wurde bei Ihnen fündig. Sie haben Ihr Angebot also erfolgreich diversifiziert – und trotzdem Geld verloren.

Was war der entscheidende Fehler?

Die Erweiterung Ihres Sortiments erfolgte ausschließlich innerhalb derselben Kategorie. Alle Produkte waren von derselben Voraussetzung abhängig: Regen.

Doch genau dieser blieb aus. Das Jahr brachte einen milden Frühling, einen heißen Sommer und einen ungewöhnlich trockenen Spätsommer. Sonniges Wetter und angenehme Temperaturen bestimmten die Saison. Entsprechend gering war die Nachfrage nach Regenschirmen, Regenjacken und Gummistiefeln.

Deutlich besser wäre es gewesen, zusätzlich Produkte anzubieten, die bei schönem Wetter gefragt sind: Speiseeis, Sonnencreme, Sonnenbrillen oder Schirmmützen. Diese Artikel entwickeln ihre Nachfrage unabhängig vom Wetterfaktor „Regen“ und weisen daher eine deutlich geringere Korrelation zu Ihrem bisherigen Sortiment auf.

Diversifikation allein reicht nicht

Das Beispiel zeigt: Eine größere Anzahl von Produkten bedeutet nicht automatisch eine bessere Risikostreuung. Entscheidend ist, dass die einzelnen Positionen nicht alle vom gleichen Einflussfaktor abhängig sind.

Erst die Kombination aus Diversifikation und geringer Korrelation sorgt dafür, dass Schwankungen einzelner Bereiche durch andere Bereiche ausgeglichen werden können. Dadurch wird ein positives Ergebnis zwar nicht garantiert, die Wahrscheinlichkeit stabiler Erträge steigt jedoch deutlich. Gleichzeitig sinkt das Risiko größerer Verluste.

Bedeutung für die Geldanlage

Was für einen Straßenhändler in Salzburg gilt, trifft ebenso auf die Kapitalanlage zu. Ein erfolgreiches Portfolio besteht nicht nur aus vielen verschiedenen Anlagen, sondern aus Anlagen, die sich möglichst unterschiedlich entwickeln. Genau deshalb sind Diversifikation und eine geringe Korrelation zwischen den einzelnen Investments zentrale Voraussetzungen für langfristigen Anlageerfolg.

Wie können Sie ein optimiertes Portfolio zusammenstellen?

Sie brauchen dafür eine hohe Anzahl verschiedener Aktien aus verschiedenen Branchen und Regionen. 30 oder 40 verschiedene Aktien sind zu wenig. In den letzten Jahren sind Investments in den MSCI World immer mehr in Mode gekommen. Aber Achtung: bitte genauer hinsehen. 70% des Index investieren in den USA. Und noch wichtiger: 25% des Index werden durch sieben Aktien (Magnificent 7) repräsentiert. Und so wird aus einem breiten und ausgewogenen Index, ein konzentrierter Index mit den entsprechenden Chancen und Risiken.

Was sollten Sie jetzt tun?

Der zweite Teilsatz der Packungsbeilage bei den Medikamenten heißt: „… oder fragen Sie Ihren Arzt/Ärztin oder in Ihrer Apotheke“. Das sind im Falle von Wertpapieren die Private Bankerin oder der Private Banker Ihres Vertrauens.

Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Termin bei der in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichneten und stärksten Privatbank Österreichs Schelhammer Capital.

 

Hinweis: Diese Information ist eine Marketingmitteilung, welche von Schelhammer Capital ausschließlich zu Informationszwecken erstellt wurde. Sie wurde nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt und unterliegt nicht dem Verbot des Handelns im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen. Dieses Dokument stellt keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung dar. Sie erhalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung, noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben. Sofern sich diese Mitteilung auf nach den kapitalmarktrechtlichen Vorschriften prospektpflichtige Produkte bezieht, ersetzen die Informationen keinesfalls den Prospekt, welcher über den jeweiligen Emittenten veröffentlicht wird. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Da nicht jedes Geschäft für jeden Anleger geeignet ist, sollten Anleger vor Abschluss eigene Berater konsultieren (insbesondere Rechts- und Steuerberater). Vergangene Auszeichnungen sind keine Garantie für den zukünftigen Erhalt von Auszeichnungen.