Private Equity: Liquidität hat ihren Preis
20.08.2026
5 Minuten Lesezeit
Private Equity eröffnet Anlegerinnen und Anlegern Zugang zu Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind. Die Wertentwicklung wird nicht laufend durch Marktpreise abgebildet, sondern zeigt sich meist über einen längeren Zeitraum – etwa durch Wachstum, operative Verbesserungen, strategische Zukäufe, Professionalisierung oder erfolgreiche Unternehmensnachfolgen.
Genau diese langfristige Ausrichtung macht Private Equity interessant. Sie bringt aber auch eine zentrale Eigenschaft mit sich: Illiquidität. Nicht börsennotierte Unternehmen lassen sich nicht täglich kaufen und verkaufen wie Aktien. Deshalb ist bei Private Equity nicht nur entscheidend, in welche Unternehmen investiert wird, sondern auch, über welche Anlagestruktur das Investment erfolgt.
Unternehmerische Wertschöpfung benötigt Zeit
Der Grundgedanke von Private Equity ist unternehmerisch. Ein Fonds beteiligt sich an Unternehmen, begleitet deren Entwicklung und verkauft die Beteiligung idealerweise zu einem späteren Zeitpunkt mit Gewinn. Dieser Prozess lässt sich nicht beliebig beschleunigen.
Klassische Private-Equity-Fonds sind daher meist kapitalgebunden. Das bedeutet, dass Anleger eine Kapitalzusage abgeben, die vom Fondsmanager schrittweise abgerufen wird. Rückflüsse entstehen später durch Ausschüttungen, Refinanzierungen oder Verkäufe von Beteiligungen. Diese Struktur gibt dem Fondsmanagement Planungssicherheit und passt zur langfristigen Entwicklung der Unternehmen.
Wenn illiquide Anlagen liquide wirken
In den vergangenen Jahren sind vermehrt semi-liquide Private-Markets-Produkte auf den Markt gekommen. Als semi-liquide Fonds bezeichnet man illiquide Vermögenswerte, die mit einer regelmäßigen Handelsmöglichkeit ausgestattet wurden. Auf diese Weise wird versucht, für Investments in Immobilien, Infrastruktur oder Private Equity einen künstlichen (Not-)Ausgang zu schaffen; um ein geläufiges Bonmot zu benutzen: eine eierlegende Wollmilchsau.
Diese Entwicklung betrifft auch Private Equity, ist aber Teil eines breiteren Trends innerhalb der Private Markets, also jener Anlagebereiche, die nicht über öffentliche Börsen gehandelt werden. Je nach Ausgestaltung investieren solche Produkte neben Private Equity auch in Private Credit, Infrastruktur, Immobilien oder andere Private-Markets-Segmente.
Welchen Vorteil haben semi-liquide Fonds?
Der Vorteil liegt in der höheren Flexibilität. Anleger können regelmäßiger investieren und in bestimmten Zeitfenstern Kapital zurückgeben. Diese Liquidität ist jedoch begrenzt. Meist gelten Rückgabeschwellen, welche festlegen, wie viel Kapital pro Quartal tatsächlich an die Investoren zurückgegeben werden kann.
Welche Nachteile hat die zusätzliche Flexibilität?
Für Anleger entsteht dadurch ein Struktur-Risiko. Ein Produkt kann liquider wirken, als es die zugrunde liegenden Vermögenswerte tatsächlich sind. In normalen Marktphasen können Rückgaben funktionieren. Wenn jedoch viele Anleger gleichzeitig Kapital abziehen möchten, greifen die vorgesehenen Begrenzungen.
Hinzu kommt: Fonds, die regelmäßige Rückgaben ermöglichen wollen, müssen Liquidität vorhalten, etwa über Barmittel, liquide Anlagen oder Kreditlinien. Dieses Kapital steht dann nicht vollständig für langfristige Beteiligungen zur Verfügung und kann das Renditepotenzial belasten.
Mehr Flexibilität ist daher nicht automatisch besser. Sie kann sinnvoll sein, wenn sie zum Anlegerprofil passt. Sie verändert aber das Verhältnis von Renditechance, Risiko und Liquidität.
Haben sich semi-liquide Assets in der Praxis bewährt?
Aktuelle Beispiele zeigen, warum diese Mechanismen wichtig sind. Bei verschiedenen großen Investmentgesellschaften in Private-Markets lagen die Rückgabewünsche zuletzt über den zulässigen Rückgabegrenzen.
Betroffen waren unter anderem semi-liquide Produkte von Anbietern wie Blackstone, Cliffwater oder Partners Group. In einem Fall wollten Anleger rund 10 Prozent des Fondsvermögens beziehungsweise etwa 4,5 Mrd. USD zurückgeben, bedient wurden jedoch nur Rückgaben bis zur vorgesehenen Grenze von 5%. Auch bei einem weiteren Anbieter wurden Rückgaben auf rund 5% begrenzt, nachdem die Rückgabewünsche auf 17 Prozent gestiegen waren. Bei anderen Produkten überschritten die Rückgabewünsche ebenfalls die vorgesehenen Schwellen. Die Beispiele verdeutlichen, dass regelmäßige Rückgabemöglichkeiten bei semi-liquiden Produkten zwar Flexibilität bieten können, aber keinesfalls mit jederzeitiger Liquidität gleichzusetzen sind.
Secondaries als zusätzliche Option
Eine weitere Möglichkeit, Liquidität in Private Equity zu schaffen, sind so genannte Secondary-Transaktionen. Dabei verkauft ein bestehender Investor seinen Fondsanteil oder ein Portfolio von Beteiligungen an einen anderen Investor. Der Fonds selbst läuft weiter, nur der Eigentümer des Anteils wechselt.
Secondaries können zusätzliche Flexibilität schaffen. Allerdings ist auch diese Liquidität nicht garantiert. Ob ein Verkauf gelingt und zu welchem Preis, hängt von Nachfrage, Portfolioqualität und Marktumfeld ab.
Struktur und Anlageziel müssen zusammenpassen
Private Equity kann ein attraktiver langfristiger Portfoliobaustein sein. Die Anlageklasse bietet Zugang zu unternehmerischer Wertschöpfung abseits der Börse und kann zur Diversifikation beitragen. Gleichzeitig verlangt sie einen passenden Anlagehorizont und ein klares Verständnis für Illiquidität.
Semi-liquide Produkte können sinnvoll sein, wenn regelmäßige Rückgabemöglichkeiten gewünscht werden. Dafür müssen die Fonds Liquidität vorhalten; zudem können Rückgaben durch festgelegte Grenzen eingeschränkt werden. Geschlossene Private-Equity-Fonds vermeiden hingegen laufenden Rückgabedruck auf Fondsebene und passen daher häufig gut zur langfristigen Natur der Anlageklasse. Welche Struktur geeignet ist, hängt letztlich von den individuellen Anlagezielen und Liquiditätsbedürfnissen ab.
Wenn Sie Ihr Interesse an Private Equity – insbesondere an Buyout- und Secondary-Strategien – vertiefen möchten, vereinbaren Sie einen Termin und lernen Sie unverbindlich die aktuellen Investitionsmöglichkeiten kennen:
Schelhammer Capital Private Equity Portfolio 2026 Linked Note
Nähere Informationen zu den Investitionen finden Sie auf der Website der GBG Private Markets GmbH unter www.privatemarkets.at/produkte/ oder können Sie im persönlichen Gespräch mit den Private Bankerinnen und Bankern bei Schelhammer Capital erfahren.
Glossar
Die GBG Private Markets GmbH tritt im Zusammenhang mit Private Equity als Emittentin auf.
Sie ist ein Tochterunternehmen der Schelhammer Capital Bank AG.
Schelhammer Capital wiederum tritt als Berater für Kunden und Anleger und Vertriebspartner der GBG Private Markets auf.
Die als „Linked Notes“ verbrieften Emissionen der GBG Private Markets sind Alternative Investmentfonds (AIF). Als Alternativer Investmentfonds-Manager (AIFM) obliegt der GBG Private Markets auch die Verwaltung der Linked Notes.
Im Allgemeinen investiert die GBG Private Markets in einen oder mehrere Ziel-Fonds und begibt die Linked Note als Schuldverschreibung auf den Ziel-Fonds. Der Ziel-Fonds selbst investiert wiederum eigenständig in konkrete Private-Equity-Fondsbeteiligungen. Die Wertentwicklung der Linked Note hängt im Wesentlichen von der Wertentwicklung des Ziel-Fonds ab. Nähere Informationen zu Chancen und Risiken eines Investments in Linked Notes finden Sie in den Emissionsprospekten: https://www.privatemarkets.at/produkte/
Hinweis zu Private Equity: Bei der Veranlagung in Private Equity sind im Vergleich zu herkömmlichen Anlageklassen (wie zB Fonds, Aktien oder Anleihen) zusätzliche Punkte zu beachten. Eine Veranlagung in Private Equity ist nur für qualifizierte Privatkunden möglich und steht daher nicht allen Personen offen (es sind bestimmte Kriterien zu erfüllen). Bei den überwiegenden Private Equity Veranlagungen besteht keine oder nur eine sehr eingeschränkte Möglichkeit, diese vor Ende der Laufzeit zu veräußern (wenn es möglich ist, oft nur mit größeren Abschlägen). Die Laufzeiten sind zudem in der Regel deutlich länger als bei anderen Investments und betragen in vielen Fällen zehn Jahre oder länger. Bitte beachten Sie in jedem Fall die jeweiligen Bedingungen des Produkts.
Hinweis: Diese Information ist eine Marketingmitteilung, welche von Schelhammer Capital ausschließlich zu Informationszwecken erstellt wurde. Sie wurde nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt und unterliegt nicht dem Verbot des Handelns im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen. Dieses Dokument stellt keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung dar. Sie erhalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung, noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben. Sofern sich diese Mitteilung auf nach den kapitalmarktrechtlichen Vorschriften prospektpflichtige Produkte bezieht, ersetzen die Informationen keinesfalls den Prospekt, welcher über den jeweiligen Emittenten veröffentlicht wird. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Da nicht jedes Geschäft für jeden Anleger geeignet ist, sollten Anleger vor Abschluss eigene Berater konsultieren (insbesondere Rechts- und Steuerberater). Vergangene Auszeichnungen sind keine Garantie für den zukünftigen Erhalt von Auszeichnungen.