Liquidität in illiquiden Märkten: Die Rolle von Secondary-Transaktionen im Private Equity

09.01.2026

5 Minuten Lesezeit

Private Equity | Investitionsstrategie

Private‑Equity‑Secondaries verwandeln illiquide Märkte in flexible Chancen: Sie ermöglichen Investorinnen und Investoren einen schnelleren Kapitalrückfluss, mehr Transparenz und attraktive Einstiegsmöglichkeiten in bestehende Fondsportfolios. Der Blog zeigt, warum Secondaries heute ein strategischer Baustein moderner Private‑Equity‑Portfolios sind.

Wie ist der Markt für Secondaries entstanden?

Die Ursprünge des Sekundärmarktes reichen in die 1980er-Jahre zurück. Damals galt Private Equity als nahezu vollkommen illiquide Anlageklasse: Investoren (so genannte Limited Partners, LPs), stellten Kapital für Fonds zur Verfügung, das über die gesamte Laufzeit von rund zehn bis zwölf Jahren gebunden blieb.

Erste Ansätze für einen Sekundärhandel entstanden, als einzelne Investoren – insbesondere US-Pensionskassen und Banken – ihre Anteile aus Liquiditäts- oder regulatorischen Gründen vorzeitig abgeben mussten. Die Transaktionen wurden zunächst bilateral und mit hohen Abschlägen durchgeführt, da es keinen aktiven Markt gab.

1982 gilt als eine Art Startpunkt: Die Venture Capital Fund of America (heute VCFA Group) übernahm erstmals Anteile anderer Investoren. In den 1990er-Jahren traten dann spezialisierte Secondary-Investoren wie Coller Capital auf, die solche Deals professionalisierten und damit den Grundstein für den heutigen Markt für Secondaries legten.

Was bezeichnet man als Secondary?

Im Private Equity bezeichnet der Begriff Secondaries den Handel mit bestehenden Beteiligungen an Fonds oder Unternehmen. Statt in neue Fonds zu investieren, kaufen Anleger bereits laufende Beteiligungen von anderen Investoren ab. Das ermöglicht schnellere Investitionen, bessere Transparenz über bestehende Portfolios und oft ein attraktives Risiko-Renditeprofil. Für Private Equity Investoren bieten Private Equity Secondary Fonds eine interessante Möglichkeit, ihr Vermögen breit zu diversifizieren und von professionell gemanagten Investments in späteren Fondsphasen zu profitieren – mit reduziertem Risiko im Vergleich zu Primärinvestitionen. Anmerkung: Wenn das Risiko reduziert ist, bedeutet es im Umkehrschluss auch, dass sich die durchschnittliche Rendite verringert.

Wie kann ein Secondary-Fonds aussehen? 

Heute ist der Secondary-Markt ein eigenständiger und zentraler Bestandteil des Private-Equity-Ökosystems. Im Kern ermöglicht er den Handel bestehender Fondsanteile zwischen institutionellen Investoren.

  • Die klassische Form ist die LP-Transaktion, bei der ein Limited Partner seine Fondsanteile an einen neuen Investor überträgt. Der Käufer erwirbt damit eine bereits teilweise investierte Position und erhält Zugang zu einem diversifizierten Portfolio von Unternehmen, dessen Wertentwicklung weitgehend sichtbar ist.

  • Daneben haben sich GP-geführte Transaktionen etabliert. Hier initiieren Fondsmanager (General Partners) selbst Lösungen, um ausgewählte Portfoliounternehmen weiterzuführen, einzelnen LPs Liquidität anzubieten oder spezifische Beteiligungen zu monetarisieren.

Neben klassischen LP- und GP geführten-Transaktionen gibt es weitere Verkaufsoptionen wie zum Beispiel Tender Offers, Strip Sales und Stapled Deals, die Investoren flexible Wege zur Liquidität bieten.

Hier sehen Sie die grafische Darstellung eines Secondaries:

Grafische Darstellung eines Secondaries

Quelle: eigene Darstellung, Jänner 2026

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Steigende Nachfrage im Secondary-Markt

In den vergangenen Jahren hat der Secondary-Markt stark an Popularität gewonnen. Maßgeblich dafür war:

  • Die Finanzkrise 2008, die den Bedarf vieler Investoren nach Liquidität beschleunigte und das Handelsvolumen sprunghaft ansteigen ließ.

  • Eine zunehmende Professionalisierung und Standardisierung: Transaktionen erfolgen heute mit deutlich höherer Transparenz, die Preisbildung orientiert sich näher am Nettoinventarwert (NAV) und spezialisierte Secondary-Fonds verfügen über erhebliche Kapitalzusagen.

  • Der Aufstieg von GP-geführten Lösungen, die den Markt strukturell erweitert und neue Anwendungsfelder geschaffen haben.

Damit hat sich das Bild des Secondary-Marktes grundlegend gewandelt – von einer Nischenlösung für Liquiditätsprobleme hin zu einem integralen Bestandteil des Private-Equity-Ökosystems.

Die Grafik zeigt die Entwicklung des Transaktionsvolumens am Sekundärmarkt von 2019 bis 2025.

Quelle: Jefferies - H1 2025 Global Secondary Market Review. *2025 – voraussichtliches Volumen

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Die Grafik zeigt die Entwicklung des Transaktionsvolumens am Sekundärmarkt von 2019 bis 2025. Nach einem Rückgang im Jahr 2020 auf 60 Milliarden US-Dollar stieg das Volumen 2021 deutlich auf 132 Milliarden US-Dollar. In den Folgejahren blieb das Niveau zunächst stabil, bevor 2024 mit 162 Milliarden US-Dollar ein Rekordjahr erreicht wurde. Für 2025 wird ein weiterer Anstieg auf rund 210 Milliarden US-Dollar erwartet. Diese Entwicklung unterstreicht die zunehmende Etablierung des Sekundärmarkts als festen Bestandteil des Private-Equity-Ökosystems.

Welche Rolle nehmen Secondaries in einem Private-Equity Portfolio ein?

In einem Private-Equity Portfolio übernimmt die Secondary-Strategie eine klar abgegrenzte Rolle neben klassischen Buyouts. Während Buyouts langfristig orientiert sind und vor allem auf Wertsteigerung durch operative Verbesserungen und aktives Management der Portfoliounternehmen setzen, bieten Secondaries eine verkürzte J-Curve und eine schnellere Investition und folglich auch eine schnellere Kapitalrückführung.

Ein weiterer Vorteil liegt in der breiteren Diversifikation: Käufer von Secondaries erhalten häufig Zugang zu Portfolios, die über mehrere Fonds, Manager und Jahrgänge hinweg gestreut sind. Das reduziert das Risiko einzelner Fehlinvestments. Dadurch fungieren Secondaries als stabilisierender Baustein im Private Equity-Portfolio: Sie glätten den Renditeverlauf, verbessern das Liquiditätsmanagement und ergänzen klassische Buyouts, die stärker wachstums- und renditegetrieben sind.

Liquidität und Exitmöglichkeiten

Eine der zentralen Funktionen des Sekundär-Marktes liegt in der Bereitstellung von Liquidität innerhalb einer Anlageklasse, die traditionell über viele Jahre gebunden ist. Liquidität ist möglich, aber nicht immer vorhanden – sie hängt von Nachfrage, Preisvorstellungen und Marktumfeld ab. Während klassische Private Equity-Exits – etwa über Börsengänge (IPOs), strategische Verkäufe oder Sponsor-to-Sponsor-Transaktionen (Verkauf innerhalb von Private Equity-Managern) – stark von Marktbedingungen abhängen, eröffnet der Sekundär-Markt Investoren eine flexible Alternative.

Investoren können ihre Fondsanteile unabhängig vom externen Exitumfeld veräußern und damit Kapital freisetzen, ihre Portfolios neu ausrichten oder regulatorische Vorgaben erfüllen. Käufer wiederum profitieren vom Einstieg in bereits investierte Portfolios, bei denen Transparenz über Wertentwicklung und Risiken deutlich höher ist als bei neu aufgelegten Fonds.

Sie wollen die Vorteile einer Beimischung der Assetklasse Private Equity kennenlernen?

Sie haben jetzt bereits eine Menge über Secondaries als Teil von Private Equity erfahren. Wenn Ihnen dieser Blog gefallen hat und Sie Ihr Interesse an Investitionen in Private Equity – insbesondere in Buyout- und Secondary Strategien vertiefen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin. Erfahren Sie unverbindlich mehr über die aktuellen Investitionsmöglichkeiten: Bencis VII Linked Note.

Nähere Informationen zu den Investitionen finden Sie auf der Website der GBG Private Markets GmbH unter www.privatemarkets.at/produkte/ oder im persönlichen Gespräch mit den Private Bankerinnen und Bankern bei Schelhammer Capital.

Glossar

Die GBG Private Markets GmbH tritt im Zusammenhang mit Private Equity als Emittentin auf.
Sie ist ein Tochterunternehmen der Schelhammer Capital Bank AG.
Schelhammer Capital wiederum tritt als Berater für Kunden und Anleger und Vertriebspartner der GBG Private Markets auf.

Die als „Linked Notes“ verbrieften Emissionen der GBG Private Markets sind Alternative Investmentfonds (AIF). Als Alternativer Investmentfonds-Manager (AIFM) obliegt der GBG Private Markets auch die Verwaltung der Linked Notes.

Im Allgemeinen investiert die GBG Private Markets in einen oder mehrere Ziel-Fonds und begibt die Linked Note als Schuldverschreibung auf den Ziel-Fonds. Der Ziel-Fonds selbst investiert wiederum eigenständig in konkrete Private-Equity-Fondsbeteiligungen. Die Wertentwicklung der Linked Note hängt im Wesentlichen von der Wertentwicklung des Ziel-Fonds ab. Nähere Informationen zu Chancen und Risiken eines Investments in Linked Notes finden Sie in den Emissionsprospekten: https://www.privatemarkets.at/produkte/

Hinweis zu Private Equity: Bei der Veranlagung in Private Equity sind im Vergleich zu herkömmlichen Anlageklassen (wie zB Fonds, Aktien oder Anleihen) zusätzliche Punkte zu beachten. Eine Veranlagung in Private Equity ist nur für qualifizierte Privatkunden möglich und steht daher nicht allen Personen offen (es sind bestimmte Kriterien zu erfüllen). Bei den überwiegenden Private Equity Veranlagungen besteht keine oder nur eine sehr eingeschränkte Möglichkeit, diese vor Ende der Laufzeit zu veräußern (wenn es möglich ist, oft nur mit größeren Abschlägen). Die Laufzeiten sind zudem in der Regel deutlich länger als bei anderen Investments und betragen in vielen Fällen zehn Jahre oder länger. Bitte beachten Sie in jedem Fall die jeweiligen Bedingungen des Produkts.

Hinweis: Diese Information ist eine Marketingmitteilung, welche von Schelhammer Capital ausschließlich zu Informationszwecken erstellt wurde. Sie wurde nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt und unterliegt nicht dem Verbot des Handelns im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen. Dieses Dokument stellt keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung dar. Sie erhalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung, noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben. Sofern sich diese Mitteilung auf nach den kapitalmarktrechtlichen Vorschriften prospektpflichtige Produkte bezieht, ersetzen die Informationen keinesfalls den Prospekt, welcher über den jeweiligen Emittenten veröffentlicht wird. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Da nicht jedes Geschäft für jeden Anleger geeignet ist, sollten Anleger vor Abschluss eigene Berater konsultieren (insbesondere Rechts- und Steuerberater).