Teure Fehler bei der Geldanlage
23.09.2026
3 Minuten Lesezeit
Haben Sie sich schon mal gefragt, wie es möglich ist, dass zwei Anleger des gleichen Fonds oder der gleichen Aktie unterschiedliche Renditen erzielen? Und das, obwohl sie zum gleichen Preis kaufen und verkaufen? Dieser Blog erklärt, wie das möglich ist und welche teuren Fehler bei der Geldanlage vermieden werden können.
Was ist der Cluster-Effekt in der Geldanlage?
Dieser Effekt beschreibt die Tatsache, dass große Kursbewegungen zeitlich nahe beieinander liegen. Unabhängig davon, ob es positive oder negative Ergebnisse sind. Für Investorinnen und Investoren bedeutet dies, dass Phasen sehr hoher Nervosität (hohe Kursverluste) Tagen mit hohen Kursgewinnen folgen. Und umgekehrt.
Dieses Phänomen haben wir schon häufig in unseren Blogs beschrieben. Es ist das Spiel von Gier und Angst. Der Starinvestor Warren Buffett meinte dazu: „Sei gierig, wenn andere ängstlich sind.“
Die renditestärksten und schlechtesten Tage
Folgende Grafik zeigt über einen Zeitraum von 15 Jahren, wie sich die Rendite eines Portfolios verändert, wenn die stärksten Tage fehlen, weil man zu diesem Zeitpunkt (zum Beispiel aus Furcht) nicht investiert ist.
Hier noch ein paar wichtige Informationen für den interessierten Leser:
- Ein Kalenderjahr hat etwa 200 Börsentage
- Im Beobachtungszeitraum von 15 Jahren sind es also zirka 3.000 Börsentage
- Die Grafik zeigt, wie sich die Rendite verändert, wenn die besten fünf, zehn, 15 oder 20 Tage fehlen.
- Als Börsenbarometer dient der MSCI World Net Total Return zwischen 31.8.2011 und 31.8.2026
Quelle: Eigene Darstellung, MSCI World Net Total Return zwischen 31.8.2011 und 31.8.2026
Die in rot dargestellten Säulen zeigen die jährliche Performance. Wenn nur die besten fünf Tage von den 3.000 Börsentagen fehlen, reduziert sich die jährliche Performance um mehr als zwei Prozent oder kumuliert 174%. Wenn Sie also am 31.8.2011 eine Million Euro in den erwähnten Index investiert haben, erzielten Sie bis zum 31.8.2026 folgendes Ergebnis:
- Mit allen Tagen (buy and hold): € 6.629.690
- Ohne die fünf besten Tage: € 4.889.090
Das ist ein Unterschied von 1,74 Millionen Euro.
Zur tieferen Betrachtung kombinieren wir die Erkenntnisse des Cluster-Effekts mit dem Fehlen der besten Tage. Wenn also die renditestärksten und schwächsten Tage zeitlich sehr eng beisammen liegen und nur fünf von 3.000 Tagen genügen, um das oben gezeigte Ergebnis zu erzielen, wie kann man auf die Idee kommen, dass Market-Timing funktioniert?
Ein erfolgreicher Market-Timer müsste in die Vergangenheit reisen können oder eine sehr gute Glaskugel besitzen. Weil beides leider nicht möglich ist, gilt folgendes Zitat:
The market timers Hall of Fame is an empty room.
Die größten Fehler der Geldanlage
An dieser Stelle können wir ein Zwischenfazit ziehen. Market-Timing funktioniert nicht. Viele versuchen es trotzdem. Lassen Sie es einfach. Es gehört zu den größten Fehlern der Geldanlage und auch zu den teuersten. Mit dem Markt-Timing in Verbindung steht häufig ein zweiter teurer Fehler; eine viel zu große Cash-Quote.
Und genau wie Market-Timing ist dieser Fehler menschlich sehr gut nachvollziehbar. Wenn es an der Börse unruhig und unsicher wird, greift man eben zu Geldanlagen, die eine Rücklage sein sollten: Taggeld, Sparbuch, kurzfristige Termineinlagen. Ein häufig genanntes Argument: „Da bin ich mir sicher, dass es nicht weniger wird und kann zum richtigen Zeitpunkt investieren.“ Wieder ist es der Timing-Gedanke. Die Kombination aus hoher Cash-Quote und Timing verhagelt regelmäßig die Performance.
Sind Rekordstände und hohe Bewertungen ein Signal für Korrekturen?
Ich will die Frage mal anders stellen: Wenn ein Sportverein eine ganze Saison über nicht verloren hat, ist es dann wahrscheinlicher, dass er das erste Spiel der neuen Saison verliert? Nein! Warum sollte das so sein? Es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass dem Rekord zeitnah der nächste folgt. Also bitte nicht in Schockstarre verfallen, nur weil die Aktie, der Fonds, der Index einen neuen Höchststand erreicht hat.
Warum erzielen einige Anleger gute Renditen und andere nicht?
Es ist an der Zeit, zur Ausgangsfrage zurückzukehren. Sie können sich die Antwort vermutlich schon denken. Während erfolgreiche Anlegerinnen und Anleger zwei Aktionen gesetzt haben (Kauf und Verkauf) habem andere versucht, den Markt zu timen. Viele Male gekauft und verkauft und dabei die renditestärksten Tage nicht mitgemacht.
Machen Sie es richtig. Eine erfahrene Private Bankerin oder Banker wird Sie auch in stürmischen Zeiten auf Kurs halten. Lernen Sie uns kennen und vereinbaren Sie einen kostenlosen und unverbindlichen Termin.
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