
Private Equity Fonds erklärt: Chancen, Risiken & Fondsstrukturen
29.08.2025
5 Minuten Lesezeit
Private Equity gilt seit Jahrzehnten als Königsdisziplin institutioneller Investoren. Was verbirgt sich hinter dieser Anlageklasse und welche Chancen sowie Risiken ergeben sich für private Anlegerinnen und Anleger?
Während anfangs noch riskante Direktinvestments dominierten, haben sich seit den 1970er Jahren Private Equity Fonds etabliert, die Zugang, Stabilität und Renditepotenzial deutlich verbessern. Heute stehen Investorinnen und Investoren verschiedene Modelle zur Verfügung – von kapitalgebundenen Fonds bis zur Linked Note.
Doch welche Fondsstruktur passt zu welchem Anlegerprofil? Wie unterscheiden sich Laufzeiten, Liquidität und steuerliche Behandlung? Und welche Rolle spielt die Balance zwischen Flexibilität und langfristiger Kapitalbindung für die Rendite? Antworten darauf – und warum Schelhammer Capital seit 2003 mit maßgeschneiderten Lösungen Pionierarbeit leistet – lesen Sie im folgenden Blog.
Vom riskanten Direktinvestment zur Geldanlage in Fonds
Die Assetklasse Private Equity hat ihre Wurzeln in den 1940er Jahren. Damals wurde in Form von Direktinvestments investiert. In den 1970er Jahren nahmen Private Equity Fonds eine breitere Bedeutung an. Immer mehr spezialisierte Private Equity-Firmen wurden gegründet. Ein sehr frühes und großes Beispiel für ein Private-Equity-Investment war das Buyout der Safeway Stores, Inc. durch Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) im Jahr 1986. Dieses Investment wird oft als ein Meilenstein in der Geschichte des modernen Private Equity angesehen.
Investitionen in die Assetklasse Private Equity sind also keineswegs neu. Vielmehr haben sie eine lange Tradition und in den unterschiedlichen Perioden bewiesen, dass außergewöhnlich hohe Rendite erzielt werden können. Bereits seit dem Jahr 2003 ermöglicht Schelhammer Capital (damals Capital Bank Grawe Gruppe AG) Kundinnen und Kunden den Zugang zu dieser Anlageklasse über eine strukturierte Linked-Note-Lösung.
Bei einer Linked Note handelt es sich um eine Lösung, die es Anlegern ermöglicht, indirekt in einen Private-Equity-Fonds zu investieren. Die Kapitalflüsse und die Wertentwicklung der Note sind direkt an die Performance des zugrunde liegenden Fonds gekoppelt. Der Vorteil für den Anleger liegt darin, dass er selbst keine komplexen Zeichnungs- und Verwaltungsprozesse durchlaufen muss. Die steuerliche Behandlung der Erträge ist einfach. Es fällt die Kapitalertragssteuer mit 27,5 % an und wird automatisch abgeführt.
Was sind Private Equity Fonds und wie funktionieren sie?
Die Anlagemöglichkeiten in Fonds mit Private Equity tauchen unter vieler Namen auf:
- Kapitalgebundene Fonds (klassische Private Equity Fonds)
- Offene Fonds
- ELTIF 2.0 (European Long-term Investment Funds)
Kapitalgebundene Fonds werden häufig bei der Investition in Private Equity Unternehmen genutzt. Sie zählen zu den etablierten Fondsstrukturen und zeichnen sich durch ein festes Kapitalvolumen sowie eine definierte Laufzeit – in der Regel zehn Jahre zuzüglich möglicher Verlängerungen aus. Anleger verpflichten sich zu Beginn zur Zeichnung eines Gesamtbetrags, welcher in der Investitionsphase (in der Regel 5 Jahre) nach Bedarf abgerufen und in nicht börsennotierte Unternehmen investiert wird.
Warum beträgt die Laufzeit zehn oder mehr Jahre?
Diese langfristig orientierte Struktur verschafft dem Fondsmanagement eine hohe Planungssicherheit, da keine liquiden Mittel für Rückgaben reserviert werden müssen und kann die Rendite für den Anleger erhöhen. Dadurch kann das Kapital gezielt, über mehrere Jahre gestreut und mit maximaler Auslastung eingesetzt werden. Gerade in volatilen Marktphasen erweist sich diese Struktur als vorteilhaft, da das Fondsmanagement unabhängig von kurzfristigen Stimmungen agieren kann.
Welche Chancen bestehen für Investoren in kapitalgebundene Fonds?
- Hohe Kapitalbindung = hohe Effizienz: Keine Rücknahmeverpflichtung bedeutet, dass Kapital dauerhaft investiert bleibt und effizienter genutzt werden kann.
- Stabilität im Portfolioaufbau: Manager können langfristige Strategien verfolgen, indem sie innerhalb der Investitionsperiode ohne Berücksichtigung von Marktturbulenzen Unternehmen kaufen.
- Stabilisierender Rahmen für Investoren: Durch die langfristige Kapitalbindung wird verhindert, dass Anleger in Stresssituationen vorschnell aussteigen – ein Verhalten, das häufig zu schlechteren Ergebnissen führen kann. Diese Struktur schützt somit nicht nur das individuelle Investment, sondern auch die kollektive Performance des Fonds und damit aller Anleger im Fonds.
Welche Risiken und Herausforderungen haben Anleger in kapitalgebundene Fonds?
- Langfristige Kapitalbindung: Die Laufzeit eines Fonds beträgt in der Regel zehn Jahre oder länger, wobei das eingezahlte Kapital durchschnittlich 5-7 Jahre gebunden ist; ein frühzeitiger Ausstieg ist meist nur über den Zweitmarkt mit deutlichem Preisabschlag möglich.
- Blind-Pool-Risiko: Zum Zeichnungszeitpunkt stehen Zielinvestments oft noch nicht fest – Vertrauen ins Management ist entscheidend. Sie investieren also tatsächlich nicht in Zielunternehmen, sondern in die Historie der Manager.
- J-Kurve-Effekt: In den ersten Jahren zeigt sich häufig eine negative Wertentwicklung, bedingt durch Anlaufkosten, die sich mit zunehmendem Erfolg der Beteiligungen ins Positive wenden kann.

Private-Equity-Investments starten oft mit negativen Cashflows und Bewertungen, bevor sich durch Ausschüttungen und Wertsteigerungen ein positiver Verlauf ergibt – typisch für die J-Kurve.
Wie unterscheiden sich offene Private Equity- von kapitalgebundenen Fonds?
Offene Private-Equity-Fonds – oft als Evergreen-Fonds bezeichnet – unterscheiden sich von kapitalgebundenen Fonds durch ihre unbegrenzte Laufzeit und die Möglichkeit, Kapital regelmäßig ein- und auszuzahlen. Anleger können in der Regel vierteljährlich Anteile zeichnen, oder abhängig von den Fondsbedingungen, zurückgeben. Um diese Flexibilität zu gewährleisten, halten offene Fonds einen Liquiditätspuffer, das heißt, sie behalten einen Teil des Kapitals in liquiden oder schnell veräußerbaren Anlagen. Dadurch ist allerdings die Kapitalbindung eingeschränkt, was das langfristige Renditepotenzial zu kapitalgebundenen Fonds mindern kann.
Gerade in wirtschaftlich schwachen Phasen ziehen Investoren erfahrungsgemäß erhöht Geld aus dem Fonds ab, etwa aus Sorge vor fallenden Bewertungen. Wenn viele Investoren gleichzeitig Kapital abziehen wollen, kann dies zu Abschlägen auf den Nettoinventarwert oder zu Rückgabebeschränkungen führen. Dadurch fehlt dem Fonds die Stabilität, um antizyklisch zu investieren – ein wesentlicher Vorteil geschlossener Fonds, bei denen das Kapital langfristig verfügbar bleibt und unabhängig vom Marktumfeld investiert werden kann.
Welche Chancen bestehen für Anleger in offene Fonds?
- Flexibilität bei Ein- und Auszahlungen: Anleger können in regelmäßigen Zeitabständen (z. B. vierteljährlich) neues Kapital investieren oder – innerhalb festgelegter Grenzen – Kapital zurückfordern. Vorsicht ist jedoch geboten, denn der gedankliche Anlagehorizont sollte trotzdem 10 Jahre und mehr betragen.
- Laufende Reinvestitionen: Erträge und Rückflüsse werden im Fonds gehalten und erneut investiert, wodurch sich über die Zeit ein breit gestreutes Portfolio aufbaut – ohne dem klassischen J-Kurve-Effekt.
Welche Risiken und Einschränkungen haben Anleger in offene Fonds?
- Geringere Kapitalauslastung: Um Rückgaben bedienen zu können, muss ein Teil des Kapitals liquide gehalten werden – das kann die Gesamtrendite mindern.
- Liquiditätsrisiko in Stressphasen: Wenn viele Anleger gleichzeitig Kapital zurückfordern, können Auszahlungen begrenzt oder zeitlich verschoben werden. Die sogenannten Rücknahmebeschränkungen („Gates“) schützen zwar den Fonds, schränken aber die Flexibilität ein.
Warum setzt Schelhammer Capital auf eine Linked Note-Struktur?
Die Linked Note von Schelhammer Capital eröffnet qualifizierten Privatanlegern einen vereinfachten Zugang zu professionellen Private-Equity-Investments. Statt sich direkt an Fondsstrukturen beteiligen zu müssen, investieren Anleger über ein wertpapierdepotfähiges Produkt, das bequem im Onlinebanking einsehbar ist. Diese Struktur vereint die Vorteile klassischer Private-Equity-Fonds – wie eine klare Investitionsstrategie und langfristige Wertsteigerung – mit einer administrativ und steuerlich optimierten Lösung. Bitte beachten Sie jedoch, dass es keinen liquiden Markt für die Linked Notes auf Private Equity gibt und das eingesetzte Kapital für einen Zeitraum von mehreren Jahren gebunden ist.
Durch die Bündelung des Kapitals wird eine gemeinsame Beteiligung am Zielfonds ermöglicht, ohne dass einzelne Anleger den regulatorischen Aufwand einer direkten Fondszeichnung tragen müssen. Die Investition erfolgt innerhalb der typischen Investitionsperiode von rund fünf Jahren. Rückflüsse werden strukturiert und transparent abgewickelt. Für natürliche Personen unterliegt die Veranlagung der Endbesteuerung mit 27,5% Kapitalertragsteuer, was die steuerliche Behandlung deutlich vereinfacht. Insgesamt stellt die Linked Note eine effiziente Brücke zwischen professioneller Fondsarchitektur und den Bedürfnissen privater Investoren dar.
Was ist ELTIF 2.0?
Der ELTIF (European Long-Term Investment Fund) ist ein EU-reguliertes Fondsvehikel für langfristige Investitionen in illiquide Assets wie etwa Private Equity, Unternehmensanleihen, Infrastruktur. Seit ELTIF 2.0 (2024) sind Private Equity Investments auch für Kleinanleger zugänglich – ohne Mindestanlagesumme und in offener oder geschlossener Fondstruktur. Trotz regulatorischer Vorteile bringt der ELTIF meist höhere Kosten mit sich, ohne wesentliche Zusatznutzen gegenüber anderen Strukturen.
Fazit: Liquiditätsillusion vermeiden
In den letzten Jahrzehnten wurde in unterschiedlichen Assetklassen immer wieder versucht, die Flexibilität der Anleger und Investorinnen zu erhöhen. Oft wurden illiquide Vermögenswerte wie beispielsweise Immobilien in liquide Anlagevehikel verpackt. Dem Anleger wurde so suggeriert, dass seine Anteile am Fonds jederzeit verkauft werden konnten. Dafür hielten Offene Immobilienfonds eine hohe Rücklage, die nur wenig Rendite brachte. Trotzdem kam es vermehrt zu Problemen bei der Rücklösung der Fondsanteile. Die zugrundeliegenden Immobilien konnten nicht zu einem guten Preis verkauft werden und der Anleger erhielt weniger Kapital und musste zusätzlich auch noch lange darauf warten. Das geschieht immer wieder in Zeiten mit hohem Stresslevel an den Kapitalmärkten: Viele Anleger wollen raus, die Tür ist allerdings zu eng.
Im Ergebnis raten wir derzeit ab, in eine vermeintlich liquide Hülle zu investieren, in der sich illiquide Vermögenswerte befinden. Vereinbaren Sie einen unverbindlichen und kostenlosen Termin mit unseren Private Bankerinnen und Private Bankern, um mehr über die Möglichkeiten von Private Equity zu erfahren.
Hinweis zu Private Equity: Bei der Veranlagung in Private Equity sind im Vergleich zu herkömmlichen Anlageklassen (wie zB Fonds, Aktien oder Anleihen) zusätzliche Punkte zu beachten. Eine Veranlagung in Private Equity ist nur für qualifizierte Privatkunden möglich und steht daher nicht allen Personen offen (es sind bestimmte Kriterien zu erfüllen). Bei den überwiegenden Private Equity Veranlagungen besteht keine oder nur eine sehr eingeschränkte Möglichkeit, diese vor Ende der Laufzeit zu veräußern (wenn es möglich ist, oft nur mit größeren Abschlägen). Die Laufzeiten sind zudem in der Regel deutlich länger als bei anderen Investments und betragen in vielen Fällen zehn Jahre oder länger. Bitte beachten Sie in jedem Fall die jeweiligen Bedingungen des Produkts.
Hinweis: Diese Information ist eine Marketingmitteilung, welche von Schelhammer Capital ausschließlich zu Informationszwecken erstellt wurde. Sie wurde nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt und unterliegt nicht dem Verbot des Handelns im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen. Dieses Dokument stellt keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung dar. Sie erhalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung, noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben. Sofern sich diese Mitteilung auf nach den kapitalmarktrechtlichen Vorschriften prospektpflichtige Produkte bezieht, ersetzen die Informationen keinesfalls den Prospekt, welcher über den jeweiligen Emittenten veröffentlicht wird. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Da nicht jedes Geschäft für jeden Anleger geeignet ist, sollten Anleger vor Abschluss eigene Berater konsultieren (insbesondere Rechts- und Steuerberater).