Investieren, wenn es niemand will

01.07.2022

5 min Lesezeit

Investition | Beratung

Es ist fast egal, wohin Sie blicken: Die Börsen sind tiefrot und hinterlassen enttäuschte Anleger. Das gilt insbesondere für Technologie-Aktien und Anleihen. Wichtige Rohstoffe bilden die Ausnahme und steigen seit Jahresanfang immer weiter, was auch die Inflation anheizt. Selbst der sichere Hafen der bonitätsstarken Staatsanleihen hat in den letzten Wochen stark an Wert verloren. Österreichische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 100 Jahren haben mehr als die Hälfte ihres Wertes seit Jahresanfang verloren. Das trifft andere sichere Geldanlagen ebenfalls, wenn auch mit deutlich verminderter Wucht. Aktien- und Anleihekurse sind weit weg von ihren Höchstständen. Erfahren Sie, wie Sie sich in diesem Umfeld am besten verhalten.

Das Ergebnis:

Je nach Ihrer Asset Allokation, haben Sie in diesem Jahr etwa einen Verlust zwischen
10 und 40% zu beklagen. Möglicherweise haben Sie wegen der erheblichen Kurssteigerungen bei Aktien der letzten Jahre erst kürzlich beschlossen, Ihre Veranlagungsstrategie auf Aktien umzustellen. Das wäre dann der schlechteste anzunehmende Fall und würde bedeuten: Keine Gewinne aus der Vergangenheit, Verluste in der Gegenwart. Vielleicht denken Sie jetzt: „Ich habe es schon immer gewusst, der Aktienmarkt ist nichts für mich. Ist doch alles nur Schwindel. Nichts wie raus.“ Tun Sie das nicht. Lesen Sie weiter und erfahren Sie, warum das ein teurer Fehler ist. Warum? Negativen Jahren folgten in der Vergangenheit sehr positive Perioden. Das verdeutlicht auch folgende Grafik des Deutschen Aktienindex DAX seit 2005.

 

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen in EUR; Stand: 29.06.2022

Performanceergebnisse in der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Sie sind nicht allein:

Viele private und professionelle Anleger haben in den letzten Wochen dem tiefen Fall ihrer Aktien- und Anleihepositionen nur zuschauen können. Fast alle Assetklassen haben Wert verloren. Auch Börsenlegenden – wie z.B. Warren Buffett und seine Investmentfirma Berkshire Hathaway - haben bei dem vergangenen Aktienabsturz Geld verloren; nämlich 10% seit Jahresbeginn. Das ist relativ wenig, aber kein Trost. Doch Buffett liefert auch eine Lösung, wie es weitergeht. Er ist und bleibt investiert und kauft selektiv sogar nach. Seit Jahresbeginn sind es 50 Milliarden US-Dollar! Er investiere in Unternehmen und nicht in Aktien. Während Unternehmen einen wahren Wert hätten, schwankten die Kurse von Aktien beeindruckt vom Tagesgeschehen. Er handele wie ein Unternehmer und nicht wie ein Trader. Deshalb interessierten ihn auch nicht die kurzfristigen Ereignisse.

Auch unsere „Lieblingsaktien“ haben verloren:

Jeder Investor und Fondsmanager hat Unternehmen, die er besonders mag; Lieblinge eben. Auch unsere liebsten Aktien haben verloren. Wir haben sehr gute Gründe, warum diese Unternehmen zu unseren Investments gehören. Das hat sich weder durch das Virus, die Lieferkettenproblematik noch durch den Krieg in der Ukraine verändert. Wir bekommen deren Aktien nun wieder deutlich günstiger. Wir verstehen die Krise auch als Chance.

Wir sitzen im gleichen Boot: 

Uns ist bewusst, dass derartige Tage für Anleger „stressig“ sind. Das geht uns auch so. Wir empfinden – genau wie Sie - Freude und manchmal sogar Euphorie, wenn die Kurse unserer Aktien steigen. Wir fühlen Unsicherheit und Ärger, wenn die Preise fallen. Wir machen das, was wir tun, weil wir Sie reicher und - hoffentlich auch - glücklicher machen wollen. Wir geben Ihnen Zeit für Dinge, die Sie gerne tun.

Reflexe und drastische Handlungen:

Sollten Sie in dieser Situation Ihre Strategie verändern? Nehmen wir mal an, Sie sind ein großer Anhänger einer bestimmten Automarke. Aus irgendeinem Grund ist der Hersteller aktuell bereit, seine Fahrzeuge für 30% Nachlass zu verkaufen. Würden Sie überlegen, ob Sie kaufen? Vermutlich schon. Auch auf die Gefahr hin, dass er das Auto nächste Woche noch günstiger anbietet, werden Sie kaufen. Das ist die aktuelle Situation am Aktienmarkt. Sie beziehungsweise wir erhalten momentan viele erstklassige Unternehmen mit einem saftigen Preisabschlag.

Ist der Boden bereits erreicht?

Diese Frage wird Ihnen niemand seriös beantworten können. Tatsächlich bieten sich bereits zu diesem Zeitpunkt langfristige Gelegenheiten, die wir nutzen. Auch, wenn wir wissen, dass es vielleicht noch günstiger werden könnte.

Was ist jetzt wichtig?

Atmen Sie ruhig durch und erinnern Sie sich an das, was Sie mit Ihrer Veranlagung – dem Investment in verschiedene Unternehmen - erreichen wollten. Ist dieses Ziel unverändert? Wenn ja, dann bewahren Sie Ruhe und gehen Sie analytisch vor. Erinnern Sie sich daran, dass Sie ein langfristig orientierter Anleger sind. Sie denken nicht in Tagen, Wochen, Monaten oder Quartalen. Sie denken wie ein Unternehmer, nicht wie ein Trader. Das trifft in besonderem Maße auf uns zu.

Wir haben die letzten Jahre überdurchschnittliche Renditen erzielt und wollen dies auch weiterhin tun. Viele Anleger haben uns, ihrem Sicherheitsbedürfnis entsprechend, den Auftrag zur Verwaltung ihres Vermögens gegeben.

Termin vereinbaren

Kontaktieren Sie jetzt unsere Ansprechpartner und vereinbaren Sie einen Termin!

Das ist wichtig für Sie:

Die Entwicklung von Aktienkursen ist auf kurze Sicht nicht prognostizierbar. Sie schwanken um ihren wahren Wert. Je längerfristiger wir denken, desto wahrscheinlicher wird der Gewinn. Hier eine Grafik zum Dow Jones Industrial, die klar verdeutlicht, was wir meinen. Während für eine Dauer von einem Tag die Erfolgsaussicht auf gestiegene Kurse bei 52% liegt, erhöht sie sich bei 20 Jahren auf 100%.

 

Quelle: Robert Shiller

Aktien können an Wert verlieren. Manchmal sogar kräftig. „Die Börsen sind kurzfristig keine Einbahnstraße.“ Und sie erholen sich wieder. Das war bisher immer so. Die Grafik zeigt die jährliche Performance des deutschen Aktienindex DAX seit 2005 bis inklusive 2021. Besonders interessant erscheint, dass kein Jahr ohne Verluste im Jahreszeitraum war (graue Rauten). Alle 17 untersuchten Jahre hatten negative Zeitpunkte, aber nur in drei Jahren schloss der Index im Minus.

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen in EUR; Stand: 29.06.2022

Performanceergebnisse in der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Machen Sie es wie Warren Buffett. Denken und handeln Sie wie ein Eigentümer, nicht wie ein Trader. Investieren Sie in Unternehmen nicht in Wertpapierkennnummern. Beteiligen Sie sich an Global Brands, Emerging Leaders und Global Innovators. Investieren Sie in großartige Unternehmen mit dem richtigen Geschäftsmodell. Kaufen Sie Unternehmen mit einem gesunden Umsatz- und Gewinnwachstum auf die nächsten Jahre. Es setzt sich nach einer Krise zuerst durch. Und bleiben Sie geduldig, wenn es mal nach unten geht.

Halten Sie, wenn möglich, immer ein bisschen Pulver trocken. Cash oder Geldmarktfonds sind immer mal wieder sehr gut für besondere Fälle – wie eben jetzt.

Denken Sie daran, dass die performancestärksten Tage sehr zeitnah auf die ganz schwachen Tage folgen. Die folgende Grafik zeigt dies beispielhaft an der täglichen Performance des DAX in 2021.

Quelle: eigene Berechnungen

Bleiben Sie investiert. Seien Sie mutig und kaufen Sie in Etappen nach.

Der Unterschied zwischen kühn (mutig) und tollkühn

Kühn investieren, bedeutet mutig zu sein, wenn Andere den Kopf in den Sand stecken und einfach nicht mehr hinsehen wollen. Tollkühn bedeutet, dass Sie wagemutig investieren, ohne auf die Gefahren zu achten.

Sei gierig, wenn andere ängstlich sind.
Sei ängstlich, wenn andere gierig sind.


- Warren Buffett