Negativzinsen: Was Anleger wissen sollten

13.01.2022

5 min Lesezeit

Investition

Negativzinsen und die anziehende Inflation gelten derzeit als das Schreckgespenst aller Anleger. Dabei sollten Zinsen unterhalb des Gefrierpunktes vielmehr als Weckruf verstanden werden, sich endgültig von nicht mehr zeitgemäßen Anlageformen zu verabschieden, argumentiert Wolfgang Ules, Chief Investment Officer von Schelhammer Capital. Denn wer die Chancen des Wandels erkennt, dem bieten sich heute auch als Privatanleger äußerst interessante Möglichkeiten: Mit hochwertigen Anlageformen und hochkarätigem Investment-Know-how.

Es ist noch nicht allzu lange her, dass im Bankgeschäft ein klarer Grundsatz galt: Wer Geld anlegt, erhält Zinsen. Und wer Geld ausleiht, bezahlt Zinsen. Eine scheinbar einfache Regel, die jedoch seit einigen Jahren keineswegs mehr zuverlässig anwendbar ist. Denn speziell in Europa scheinen die bislang gewohnten Gesetze der Finanzwelt auf dem Kopf zu stehen, seit die Europäische Zentralbank 2014 erstmals einen negativen Einlagenzins für Geldinstitute eingeführt hat, die ihre überschüssige Liquidität kurzfristig bei der Notenbank parken wollen.

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Konjunkturanreiz mit Folgen

Die Überlegung der Währungshüter dahinter: Der Strafzins soll die Banken umso mehr dazu motivieren, ihr Geld in Form von günstigen Krediten an Unternehmen zu verleihen. Und diese sollten wiederum umso dynamischer zu Investitionen motiviert werden, um damit die Wirtschaft der Eurozone in Schwung zu bringen. Ein wirtschaftspolitisch notwendiger und sinnvoller Konjunkturanreiz, der allerdings durch die erhebliche Kostenlast für die Banken heute weitreichende Folgen nach sich zieht: Bislang hat der negative Einlagenzins eine finanzielle Belastung in zweistelliger Milliardenhöhe verursacht, davon allein 8,5 Milliarden Euro im zurückliegenden Jahr.

In vielen Ländern Europas ist daraus die wirtschaftliche Notwendigkeit für die Geldinstitute entstanden, die hohen Kosten für den negativen Einlagensatz bei der EZB, der aktuell bei minus 0,5 Prozent liegt, als Verwahrentgelt auch anteilig an ihre Kunden weiterzugeben – nicht nur an Firmenkunden, wo es vielerorts bereits gängige Praxis ist, sondern auch an Privatkunden.

Schreckensszenarien und Lösungen

Deshalb gibt Wolfgang Ules, Asset Management-Spezialist und Chief Investment Officer von Schelhammer Capital, zu bedenken: „Leidtragende der Geldpolitik sind in erster Linie die vielen Sparbuchbesitzer, die ihr Vermögen durch Negativzinsen und steigende Inflationsraten dahinschmelzen sehen. Es ist ein klarer Weckruf an alle Sparer, sich Gedanken über die vorhandenen Anlage-Alternativen zu machen. Man sollte Negativzinsen nicht nur als Schreckensszenario interpretieren, sondern ganz sachlich als eine aktuelle Entwicklung des Finanzmarkts. Diese Situation wird unsere Realität noch länger bestimmen. Und sie bietet viele neue Chancen, die wenige bisher nutzen: Mehr denn je hat man es heute mit seinen persönlichen Anlageentscheidungen selbst in der Hand, wie hoch Erträge tatsächlich ausfallen. Und gerade jetzt werden bewährte Anlegertugenden umso mehr belohnt: Wer Initiative und Eigenverantwortung zeigt, bei der Klärung der eigenen Geldanlagebedürfnisse ehrlich zu sich selbst ist, die richtige Strategie zwischen Umsicht und Risiko findet und Geduld und Gelassenheit bei der Gestaltung der Zeithorizonte walten lässt, kann auch im Zeitalter der Negativzinsen gute Renditen erwirtschaften. Genau hier sehen wir unsere besondere Aufgabe als Privatbank: Transparenz und genauen Überblick über die verschiedenen Chancen und Möglichkeiten zu schaffen und Anlegern zu ermöglichen, die richtige persönliche Balance zwischen Rendite und Risiko zu finden.“

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Geldanlage im Niedrig-, Null- und Negativzinsumfeld

Die Situation an den Zinsmärkten sollte dabei nicht den Blick darauf verstellen, dass die Weltwirtschaft weiterwächst – und zwar um etwa sechs Prozent in diesem Jahr. „Wer sein Geld für sich arbeiten lassen möchte, der kann sich dieses Wachstum zu Nutze machen“, betont Wolfgang Ules. Doch die Börsen sind bekanntlich keine Einbahnstraßen.

Die Weltkonjunktur wächst und wächst

Auch wenn man von der Prämisse ausgeht, dass die Weltkonjunktur und mit ihr die Unternehmensergebnisse in Zukunft weiterwachsen, werden die Kurse von Aktien und Anleihen über die Konjunkturzyklen hinweg Schwankungen unterliegen. Diesen Schwankungen können sich auch professionelle Anleger nicht gänzlich entziehen, „aber sie können die Risiken durch kluge Strategien deutlich senken“, gibt Wolfgang Ules zu bedenken.

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Globale Diversifikation. Wer gut streut, rutscht nicht aus

Durch einen globalen und gut gestreuten Investmentansatz verringern sich Risiken und erhöhen sich Chancen. Anleger sollten daher ihre Investitionen breit über viele Emittenten verteilen. „Über den Erfolg der Diversifikationsstrategie Ihres Portfolios entscheidet aber nicht nur die Anzahl der Emittenten alleine, sondern auch, ob sie regional und über die Sektoren gut gestreut sind“, so Wolfgang Ules.

Anleihen und Aktien

„Besonders stark ist der Diversifikationseffekt, wenn er anlagenübergreifend genutzt wird – wenn Sie also in Aktien und Anleihen investieren.“ Über den Anteil der beiden Anlageklassen im Portfolio lässt sich zudem das Chance-Risiko-Verhältnis individuell und passgenau einstellen. Anleihen bester Bonität haben daher laut Wolfgang Ules auch im Negativzinsumfeld weiter ihre Berechtigung. Weiters rät der Anlagespezialist, selektiv zu sein. „Die expansive Geldpolitik der Notenbanken verdeckt bei vielen Unternehmen die vorhandenen Probleme. Daher sollte man sich gerade jetzt nicht von steigenden Kursen in spekulative Investments locken lassen, sondern umso mehr auf die Qualität der Unternehmen achten und die Spreu vom Weizen trennen. Das gilt für die Aktienselektion genauso wie beim Kauf von Unternehmensanleihen. Wenn man das beachtet, bietet der Aktienmarkt äußerst attraktive Anlagechancen.“ Abschließend rät Wolfgang Ules, bei der Geldanlage in Jahrzehnten statt in Tagen zu denken. „Für den Erfolg der Geldanlage ist es weniger entscheidend, wann Sie investieren, sondern vielmehr wie lange. Wenn man die zwischenzeitlich verbleibenden Kursschwankungen als Teil der Geldanlage akzeptiert und auch in Krisen die Ruhe behält, sind langfristig attraktive Erträge möglich.“

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Am Anfang steht das Gespräch

Am Anfang steht das Gespräch Auch erfahrenen Anlegern empfiehlt Wolfgang Ules das regelmäßige Gespräch mit dem persönlichen Berater, schließlich suchen auch institutionelle Investoren den regelmäßigen Austausch mit ihrem Vermögensverwalter. Umso wichtiger ist das persönliche Beratungsgespräch für Neukunden und unerfahrene Anleger, so Wolfgang Ules.

„Bei uns stehen am Anfang jeder Kundenbeziehung immer ausführliche persönliche Gespräche erfahrener Berater mit dem Sparer beziehungsweise Anleger.“

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