Vermeiden Sie reelle Verluste bei Sparbuch, Festgeld & Anleihen

10.05.2022

5 min Lesezeit

Investition | Finanzen

Die Angst vor einer bleibenden Inflation, die höher ist als der Niedrig-, Null- oder gar der Negativzins greift bei Anlegern um sich, wie die Verbreitung eines aggressiven Virus. Gleichzeitig fürchten sich Investoren vor zu teuren Aktien. Was also machen mit dem Ersparten oder Geerbten? Wie gewonnen, so zerronnen? Einfach abwarten und auf bessere Zeiten hoffen? Das ist ein teurer Fehler. Lesen Sie weiter und erfahren Sie, wie Sie Vermögen auf- und ausbauen.

Realverzinsung bei Niedrig-, Null- oder Negativzins und Inflation

Eine positive Nachricht für Sparer wurde dieser Tage verkündet. Sie erhalten wieder Zinsen für ihr angespartes Vermögen. Auf der anderen Seite stiegen auch die Zinsen für Darlehen. Die Kapitalmarktzinsen - das sind die Zinsen für Spareinlagen mit längerer Bindung als 12 Monate - sind seit Wochen im Steigen. Sie erhalten für eine Anleihe in Euro und bestem Schuldner mittlerweile etwa 1,0% Zinsen pro Jahr auf Ihr eingesetztes Kapital, wenn Sie bereit sind, eine Veranlagungsdauer von zehn Jahren zu akzeptieren. Das ist der schnell steigenden Inflation geschuldet. Die liegt aktuell in Europa bei etwa 6 bis 7%. Damit ist auch klar, was wir mit reellem Verlust aus der Überschrift meinen. Sie erhalten vor Steuern und Kosten 1,0% p.a. und das dafür eingesetzte Kapital wird durch die Inflation um 6 bis 7% verringert. Das ist eine Realverzinsung von mindestens minus 5,5% p.a.. Das entspricht einem Kapitalverlust von 40% in den genannten zehn Jahren! Das wollen Sie nicht. Das wollen wir nicht. Hinzu kommt, dass die Geldmarktzinsen - für Einlagen mit bis zu einjähriger Bindung - noch immer negativ sind.

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Kreditnehmer und Anleger

Was für Kreditnehmer - negative kurzfristige Zinsen - ein Vorteil ist, bedeutet für Millionen von Sparern in Europa, dass sie ihr Vermögen stetig und mit Sicherheit verkleinern. Auch die Sparer in klassischen Lebensversicherungen erleiden das gleiche Schicksal. Bausparen und Festgeld hat dieselbe traurige Perspektive. Die Pensionskassen sind ebenfalls mit diesem Virus infiziert. Es scheint fast, als träfe der neue Umstand der negativen reellen Zinsen immer den Gleichen. Was wie eine Verschwörung aussieht, hat eine sehr lange Geschichte und ist erklärbar. Droht nach dem Wirtschaftswunder der 50er und dem unglaublichen Vermögenswachstum der letzten vier Jahrzehnte, nun die „Altersarmut“?

Aktien und gemischte Portfolios statt Sparbuch: Die Vermögensverwaltung

Nein, soweit soll es nicht kommen. Sie müssen „nur“ andere Kapitalanlagen finden. Verlassen Sie Ihre Wohlfühlzone und trauen Sie sich. Viele, viele Anleger haben den Schritt vom Sparer zum Anleger und Investor bereits gemacht. Und die allermeisten, die dabei strategisch - und nicht als Glücksritter oder Goldgräber - vorgegangen sind, haben satte Gewinne erzielt. Jene, die schon länger in den Aktienmarkt investieren und dem Zufall keine Chance gegeben haben, konnten viel höhere Renditen erzielen als Festgeld- oder Sparbuch„anleger“. Aktuell jedenfalls können Sie keinen Zuwachs oder Erhalt Ihres Vermögens erreichen, wenn Sie nicht bereit sind, sich von der Anlage in Zinspapiere als Hauptbestandteil Ihres Portfolios zu trennen und neue Wege zu gehen. Im Gegenteil: Sie verlieren mit Sicherheit.

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Aktien werden mit Risiko gleichgesetzt. Warum eigentlich?

Was bedeutet „Risiko“ in diesem Zusammenhang? Dass es über einen Zeitraum von zehn Jahren nahezu unmöglich ist, keinen Vermögenszuwachs mit Aktien zu erzielen, ist mittlerweile allgemeiner Konsens. Natürlich gibt es immer noch Warner und selbsternannte Propheten, die glaubhaft versichern, dass die Börse ein großes Kasino ist und das Ganze irgendwann wie ein Kartenhaus zusammenbrechen wird. Vielleicht haben diese Wahrsager sogar Recht. Aber, was wäre in diesem Fall die Alternative? Staaten, deren Einnahmen aufgrund von fallenden Steuereinnahmen und gleichzeitig steigenden Sozialausgaben implodieren? Leerstehende Wohnungen und Häuser, weil sich nur noch wenige die Miete leisten können. Sehr unwahrscheinlich.

Nein, die Börse ist kein Kasino. Zum Glücksspiel wird die Börse erst, wenn Sie fahrlässig handeln und einige Regeln nicht beachten. Seien Sie kein Glücksritter oder Goldgräber. Gehen Sie strategisch vor. Lesen Sie weiter und erfahren Sie den richtigen Weg.

Die Börse ist kein Kasino. Was sind Aktien eigentlich?

Ein Tipp, der verdeutlicht, was an der Börse „notierte“ (also gehandelte) Unternehmen machen und Ihr Miteigentum am Unternehmen als Aktionär dokumentieren: Schauen Sie zunächst in Ihren Kühl- und Vorratsschrank. Nehmen Sie alle Dinge heraus, die von Firmen gemacht sind, die börsennotiert sind (Nestlé, Unilever, Mondelez (also Milka), Manner, Kellogg‘s…). Ja, schon ist Platz im Schrank, oder?

Wenn Sie gerade dabei sind, dann machen Sie das gleiche im Bad mit den Hygieneartikeln (Nivea, Pampers, Zahnpasta, Duschgel, Shampoo, Haargel oder -spray …). Es wird Ihnen kaum noch möglich sein, die morgendliche und abendliche Routine auszuführen. Auch der Getränkevorrat im Haus dezimiert sich auf wundersame Weise (Heineken, Coca-Cola, Nestlé, Diageo ...).

Das neue Auto (BMW, Daimler, Fiat, Ford, Nissan, Renault, Tesla, Toyota…) kann auch gleich weg, oder haben Sie tatsächlich ein Kraftfahrzeug von einem Unternehmen gefunden, das keine Aktiengesellschaft ist? Stellen Sie sich die Telefonie oder das Internet ohne die riesigen Unternehmen (Vodafone, Sprint, Telekom, Apple, Samsung…) vor. Computer ohne Microsoft oder Apple. Ach ja, und dann sind da noch…

Damit wird klar, dass kein Bereich Ihres Alltags funktioniert ohne Unternehmen, die an der Börse gehandelt werden. Klingt das nach Kasino? Diese teilweise globalen Unternehmen machen Umsätze mit uns allen. Sie erzielen Gewinne mit den Verkäufen an uns alle. Und letztlich schaffen Sie auch Arbeitsplätze für uns alle. Wenn der Marktplatz - also die Börse - für diese Unternehmen ein Kasino ist, was passiert mit uns, wenn er weg ist?

Nein. Die Börse ist kein Kasino. Sie ist Ihre Chance zu Kapitalerhalt, -ausbau und Wohlstand.

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Ist es schon zu spät oder kann man noch in Aktien investieren?

„Der beste Zeitpunkt in Aktien zu investieren, ist, wenn Sie Geld haben.“ Das jedenfalls meinte die Börsenlegende Sir John Templeton und es hat sich die letzten Jahrzehnte gezeigt, dass er Recht hatte. Wenn Sie sich die folgenden Charts genau ansehen, werden Sie erkennen, dass viele Regionen nicht teuer sind. Anhand von drei Kennzahlen – KGV, KBV und Dividendenrendite – verdeutlichen die Charts im Folgenden, dass die Preise vieler Börsen im Durchschnitt sogar günstig sind.

Die Liniengrafiken zeigen die Entwicklung der einzelnen Kennzahlen über zehn Jahre.

Quelle: eigene Berechnungen

Diese Grafik zeigt die Entwicklung des Kurs-/Gewinnverhältnisses seit 2012 in verschiedenen Regionen der Welt. Schauen Sie sich dazu auch das Video von Herrn Malberg an. Es erklärt die Wichtigkeit dieser Kennzahl. Auf dem Schaubild kann man sehr gut erkennen, dass die Unternehmen in Europa, Asien und den Schwellenländern im Verhältnis zu ihren Gewinnen seit 2015 nicht teurer geworden sind; trotz teils enormer Kursanstiege. Eine Ausnahme bilden die US-amerikanischen Gesellschaften, die damit auch den gelben Graphen-Welt- in die Höhe treiben. Sie können also nicht einfach alles kaufen, was die Börse anbietet. Eine Auswahl ist sehr wichtig.

 

Quelle: eigene Berechnungen

Dieses Schaubild zeigt die Entwicklung einer weiteren wichtigen Kennzahl; dem KBV, das Kurs-Buchwert-Verhältnis. Diese Zahl zeigt den Zusammenhang zwischen Börsenwert eines Unternehmens und dem Wert in der Bilanz. Wie beim Kurs-/Gewinnverhältnis auch, ist die Aktie günstiger bewertet je kleiner der Wert. Sie sehen, dass auch hier die Regionen Europa, Asien und Emerging Markets ähnlich bewertet sind wie noch vor sieben Jahren.

 

Quelle: eigene Berechnungen

Diese Grafik zeigt, wie viel Ausschüttungen gemessen in Prozent zum jeweiligen Aktienkurs in den letzten zehn Jahren gezahlt wurden. Was Mieteinnahmen bei Immobilien und Zinsen bei Sparformen und Anleihen sind, wird bei Aktien Dividende genannt. Sie können erkennen, dass die Rendite der Dividenden vom jeweiligen Aktienkurs abhängig ist und entsprechenden Schwankungen unterworfen sind.

Wie erklärt sich der Berg in 2020? Die gezahlte Ausschüttung der Unternehmen blieb annähernd gleich, während der Aktienkurs in der Corona- Krise fiel. Die Berechnung der Dividendenrendite ist: Aktienkurs dividiert durch die Dividende.

 

Kurs der Aktie
in Euro

gezahlte Divi-
dende in Euro

Dividenden-
rendite

2019

85

4

4,71%

2020

100

4

4,00%

2021

70

4

5,71%

Quelle: eigene Berechnungen

Die absolute Dividende, also der tatsächliche Geldbetrag in Euro, US-Dollar, Yen usw. gibt Ihnen Gewissheit, wie zuverlässig das Unternehmen seine Aktionäre am Gewinn teilnehmen lässt. Die Ausschüttungsquote - also der Anteil, den Ihr Aktienunternehmen an Sie ausschüttet - liefert auch eine interessante Information. Schüttet die Gesellschaft den gesamten Gewinn aus oder wird ins Unternehmen reinvestiert?

Nicht vergessen: als Aktionär gehört Ihnen ein Teil des Unternehmens.

Die Analyse dieser Kennzahlen ist nur ein Mosaik der Aufgabe von Vermögensverwaltern und Fondsmanagern. Ohne die Kenntnis der historischen und aktuellen Daten zu diversen Unternehmen, ist die Investition in Aktien viel zu sehr durch den Zufall gesteuert. Wenn Sie auf Zuruf von Bekannten oder anderen Propheten investieren, kommen Sie dem Glücksspiel und der Goldgräberei sehr nahe.

Sie müssen handeln. Warten Sie nicht ab, bis die Inflation Ihr angespartes und verdientes Kapital verkleinert. Wenn wir für Sie investieren und verwalten dürfen, dann ist es wissenschaftlich profunde und intensive Arbeit – mit Strategie! Vertrauen Sie der Kompetenz und Erfahrung der stärksten Privatbank Österreichs.

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Hinweis: Foto von Carl Raw von Unsplash

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